Zum Anfang

Wir tanzen hauptsächlich die Tänze der Orchésographie von Thoinot Arbeau und die Country Dances von John Playford. Die wichtigsten Tanzstile dabei sind:

Bransles: Kreistänze, die mit ihren charakteristischen einfachen Hüpfschritten wahrscheinlich so oder ähnlich schon im Mittelalter getanzt wurden. Eine besondere Gruppe darunter bilden die sogenannten "mimischen" Branslen, die das Verhalten bestimmter Tiere oder die Tätigkeiten bestimmter Berufsgruppen nachahmen oder gar einem bestimmten Zweck dienen sollten; so ahmt die "Pferdebransle" (Bransle Chevaulx) das Stampfen und Hufscharren der Pferde nach, die "Wäscherinnenbransle" (Bransle Lavandières) das sprichwörtlich zänkische Gebaren der Waschweiber, und die "Rattenbransle" (Bransle des Rats) soll dem Vertreiben von Ratten aus den Scheunen zur Erntezeit gedient haben, indem man die Ratten im Tanz mit den Füßen vor sich hertrieb!
Die Branslen sind den heute noch gepflegten bretonischen Volkstänzen sehr ähnlich.

Pavanen: Langsame, feierliche Schreittänze, die ihre Blütezeit im ausgehenden Mittelalter und der Renaissance hatten. Das Wort Pavane stammt vom lateinischen Pavo, der Pfau, und gibt einen Hinweis darauf, welchem Zweck diese Tänze ursprünglich dienten und in welcher Zeit sie entstanden sind; sie waren nämlich ursprünglich dazu bestimmt, die kostbaren Kleider der tanzenden Herren und Damen zur Schau zu stellen und bewundern zu lassen. Da in den Entstehungszeiten der Pavane teils noch eine Schleppenmode vorherrschte, waren schnelle und lebhafte Bewegungen beim Tanz nicht möglich und galten auch als unfein für die oberen Gesellschaftsklassen.

Playford's Country Dances: Die von Playford aufgezeichneten "Country Dances" sind eigentlich keine ländlichen Tänze, wie man vermuten könnte - der Name entstand aus einer Verballhornung von "Contredanses", also "Kontratänze" (Gegeneinander-Tanz). Bei den meisten Kontratänzen stehen sich beliebig viele Tänzer tatsächlich in zwei gemischten Reihen gegenüber ("Longways"), doch gibt es hier auch andere Formationen wie den "Square" (4 Paare im Quadrat) oder den "Round" (beliebig viele Paare im Kreis). Durch die Kombination verschiedenster Figuren und Wechsel entstehen hier reizvolle und kontaktfördernde Tänze, bei denen die Partner innerhalb des Tanzes immer mal wieder wechseln!

Weitere: Hier haben wir einige Tänze zusammengefaßt, die auf alte Volkstänze zurückgehen und nicht wie die anderen hier vertretenen Tänze von Tanzmeistern für die oberen Gesellschaftsschichten aufgezeichnet und ausgeformt wurden. Es handelt sich dabei beispielsweise um eine frühe Form des Jig, der noch heute in Irland sehr populär ist, oder die mittelalterliche Morisca.